Grundinformation: Grundlagenkunst und Technik
Kunst ist eine direkte Beschäftigung mit den Dingen.
Malerei ist dabei die physische Auseinandersetzung mit diesen Dingen vor Ort.
Vielleicht gibt es sehr wohl eine Malerei ohne Kunst, aber keine Kunst ohne Malerei.
(Aber wer weiß in welche entkörperlichte/ körperliche , entgeistigte/ vergeistigte oder entseelte/beseelte Richtung sich unsere Gesellschaften noch entwickeln werden.)

Landschaftsmalerei nimmt das °Vorortsein° sehr genau.

Taliban, 2009-11, 50*100 cm², Öl auf Nessel, Farbspritzen -Experiment.

Wir leben in einer Zeit, in der wir unsere Welt, oder vielleicht auch nur unser Bild von der Welt, mittels digitaler Techniken verändern. Welchen Stellenwert in der Zukunft die malerischen Bilder einnehmen werden, kann ich nicht sagen. Aber wahr bleibt, dass Malerei unmittelbarer ist als eine jede Reproduktion, jedes Foto. Der Geist des Ortes kann sich mit dem Bild verbinden. Die Exaktheit, die hohe Detailauflösung der modernen Medien haben eben nichts mit Unmittelbarkeit zu tuen.

Maler sind eher eine Form von Chemieschamanen, die mittels moderner Forbstoffe beschwören, was sich so herumtreibt.


Ein guter Tag zum Kotzen, 2009-09, 50 * 70 cm²

Digitale Bilder, besonders die der "künstlichen Realitäten", können einerseits sehr unsinnlich sein, spannen aber andererseits das Netz einer völlig neuen Bildwelt über uns auf, das in Zukunft zu einem Teil der menschlichen Sinnlichkeit werden wird, einfach weil wir selbst uns darin verfangen werden.

Volxplot-18 - Tanktelefonierer -2006 Volxplotte sind ein Versuch einer für alle erschwinglichen Kunst

Bilderturm, Technologie Zentrum Hannover, Ausstellung: Mythos, Malerei, Maschine, 1997

Plotterland befaßt sich mit dem Zusammenwirken von Malerei, Technik, Wissenschaft und damit auch mit deren Traditionen und den Zukunftstendenzen.
Bei Zukunftsvorstellungen kann man sehr, sehr falsch liegen, betrachtet man haute die Utopien von damals. Relativ gut lag George Orwell mit den täglich neugeschriebenen Zeitungen des Wahrheitsministeriums in seinem Roman 1984. Wichtig ist nicht die detailierte technische Idee einer Machbarkeit, sondern die Idee eines Vorganges - in diesem Fall des tägliche "updates" der Vergangenheit.

Tradition bedeutet hier das Wissen um oder die Suche nach dem, was zuvor war. Wie setzen sich unsere Vorstellungen aus Bildern, den Bildern der Vergangenheit und Gegenwart zusammen und wie stabil sind sie.

Für jeden von uns ist dies auch Daseinsgrundlage, weil unsere Weltgesellschaft, (besser gesagt die meisten Gesellschaften auf diesem Globus) mit traditioneller Technik, traditioneller politischer Ordnung und vor allem mittels traditioneller Wirtschaftsordnung in die Zukunft voranscheitert, voranschreitert, also voranschreitet.
Alles ist natürlich mittels moderner Technologien zeitgemäß gestaltet worden. Aber außerhalb von dem, was so modern scheint, doch oft in den herkömmlichen Bahnen kriecht, lauert das Neue, dem die Narren, Jungen, die Ungebildeten, die Außenseiter, die Unelitären oft näher kommen, als diejenigen, die sich im Zentrum des Fortschrittes, des alltäglichen Lebens befinden. Unsere Weltgemeinschaft ist einem riesigen Schwarm vergleichbar, der so groß ist, dass keiner den Überblick hat, wohin denn geflogen wird. Alle sind irgendwo abhängig von einem speziellen Saft, den wir Benzin nennen.
Und dieser Saft, von dem soviel abhängt, wird immer uns immer saurer . bzw. immer rarer...

Auffüllen leerer Sprittanks irgenwann zwischen 2000 und 2010 irgendwo in Europa

Zurück zur Malerei: Malerei heißt auch einmal alleine zu fliegen - jedenfalls in Gedanken und zumindest für einen Moment das Andere und die Anderen zu vergessen, das, was uns so oft die Sinne versperrt. Ich benutze den Begriff Grundlagenkunst in dem Sinn, dass auch Kunst genausogut wie Wissenschaft unsere Welt "grundlegend" erklären kann. Lassen wir all' unseren gesellschaftlichen, geschichtlichen und kulturellen Kladderadatsch beiseite, gehen wir weit in der Zukunft zurück oder schauen wir uns einfach Kinder an, die noch nicht in dieser Zeit angelangt sind, dann können wir sehen, dass es eine Grundlage im Menschlichen gibt, mit dieser Welt umzugehen, und darin Neues zu finden oder zu erschaffen, die nicht allzuviel mit Bildung, Erziehung und Kultur zu tuen hat, sondern nur mit dem Menschlichen in uns.
Typisch dabei ist die Verbindung von "unpassenden Dingen", das zu tuen, was sinnlos war und
- vom Standpunkt der Gegenwart - unmöglich scheint;
und genau dort liegt eine Quelle unserer Zukunft.

Malerei nutzt die Ikonografie der Technik und der Wissenschaften.

Malerisch gewonnene Ideen dienen als technische Arbeitsansätze.

Dieses Zusammenwirken ist ebenfalls eine Form von Grundlagenkunst.

Tannensamen, Zeichnung-A3,

Tannensamen